No Poverty

SDG 1: Strukturen schaffen

Ungefähr 10 Prozent der Weltbevölkerung müssen mit weniger als 1,90 US-Dollar am Tag auskommen – und leben somit in extremer Armut. Betroffen ist vor allem die Landbevölkerung. Dem Missstand setzt Bosch etwas entgegen: Regionale Stiftungen wie die Bosch India Foundation oder das Bosch China Charity Center fördern gezielt die wirtschaftliche Entwicklung in ländlichen Gebieten. Außerdem unterstützen Mitarbeiter weltweit gemeinnützige Organisationen beim Kampf gegen die Armut.

Rund drei Viertel der indischen Bevölkerung leben auf dem Land, oft unter unwürdigen Bedingungen. Seit ihrer Gründung 2008 widmet sich die Bosch India Foundation daher der Unterstützung von rund 250 Dörfern. Dazu zählt der Ausbau von Hygiene, Gesundheit, Bildung, Umweltschutz – und wirtschaftlicher Kraft. Denn dies ist der Schlüssel dafür, dass sich die Lebensbedingungen der Bewohner nachhaltig verbessern. 2016 hat sich die Stiftung mit Trainings für 17 800 Frauen, Landwirte sowie Kinder und Jugendliche eingesetzt. Mit Erfolg: Rund 2 000 Frauen haben heute Arbeit, 2 500 Farmer erwirtschaften Erträge über dem Landesdurchschnitt und 500 Jugendliche verdienen über 5 000 Rupien monatlich, das heißt mehr als 70 Euro. Ein Beleg dafür, dass die Programme der Stiftung greifen.

 

Eigene Stärken fördern

Auch in China engagiert sich Bosch für eine nachhaltige Dorfentwicklung. Das Bosch China Charity Center gründete im Juli 2016 die gemeinnützige Organisation „807 Social Innovation Centre“, die sich zum Ziel gesetzt hat, das Dorf Hongqi in der Provinz Yunnan zu unterstützen. In der rund 2 500 Einwohner starken Gemeinde sind die Ressourcen für Bildung knapp und die ländlich geprägte Bevölkerung kann das Schulgeld häufig nicht aufbringen. Im vergangenen Jahr wurden finanzielle Aufwendungen im Wert von 220 000 Yuan (etwa 30 000 Euro) aufgebracht, um die wirtschaftliche Entwicklung zu beleben und das Bildungsangebot zu verbessern. Die Idee: sowohl Wissen in die Dörfer zu bringen als auch das jahrhundertealte Know-how der Bewohner gewinnbringend einzusetzen. Das „Crafts New Program“ zum Beispiel nutzt traditionelles Handwerk als Ressource. Externe Designer erlernen die Fertigkeiten der Dorfbewohner in Workshops und lassen sich davon für die eigenen Werke inspirieren. 2016 entstand so die Ausstellung „Full of magic Shangri-La“ im örtlichen Museum, die 20 000 Besucher in das Dorf lockte und der Kunst vor Ort somit eine wichtige Bühne gab. Darüber hinaus gingen Designer in Schulen und erarbeiteten mit Kindern und Jugendlichen gemeinsam Kunstwerke.

Unbenannt-2

Regionale Stiftungen in Zahlen (2016) 

 

Bosch Community Fund (Farmington Hills, USA) 

3,3 Mio. Euro

 

 Bosch China Charity Center (Shanghai, China) 

2,4 Mio. Euro

 

Instituto Robert Bosch (Campinas, Brasilien) 

1,0 Mio. Euro

 

Bosch India Foundation (Bangalore, Indien) 

0,9 Mio. Euro

Engagiert gegen Armut

Weltweit haben sich 2016 auch andere Standorte mit Projekten gegen Armut eingesetzt. In Australien sind nahezu alle Bosch-Mitarbeiter aktiv geworden, um die gemeinnützige Organisation „St. Vincent de Paul Society“ bei der Obdachlosenhilfe in Melbourne zu unterstützen. Fundraising-Aktionen wie die Versteigerung von Hausrat trugen maßgeblich dazu bei, die Spendensumme von geplanten 30 000 auf 45 000 australische Dollar (rund 32 000 Euro) zu steigern. Das ermöglichte die Ausgabe von etwa 29 000 warmen Mahlzeiten. Teil des Engagements war das „Sleep out“ von 35 Bosch-Mitarbeitern und Gavin Smith, Geschäftsführer von Bosch Australien: Sie schliefen eine Nacht mit den Obdachlosen auf der Straße, um die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit zu erzeugen und mehr Unterstützer für das Projekt zu gewinnen. 

In der Ukraine spendete Bosch standortübergreifend 10 000 Euro für das Sozialprojekt „Hoverla“. Das Geld floss in die Renovierung des Zaluchchia Waisenhauses, bei der die Bosch-Mitarbeiter tatkräftig mithalfen. Auch in Frankreich war das Engagement ein persönliches: Rund 1 100 Beschäftigte an zwölf Standorten rundeten ihr Netto-Gehalt auf glatte Eurosummen auf. Über 3 600 Euro kamen so zusammen und drei Kinderhilfsorganisationen zugute.