Sustainable Cities and Communities

SDG 11: Smarte Metropolen

Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung lebt derzeit in Städten. Bis 2050, so prognostizieren die Vereinten Nationen, wird die Anzahl auf 70 Prozent anwachsen. Die Urbanisierung bringt viele Herausforderungen für den Verkehr mit sich, darunter verstopfte Straßen, Parkplatznot und ein erhöhter Schadstoffausstoß. Gemeinsam mit seinen Partnern entwickelt Bosch Lösungen, um den Stadtverkehr sauberer, sicherer und komfortabler zu machen.

Die Städte weltweit wachsen rapide. Das hat seine Kehrseiten: In Shanghai werden beinahe täglich die Grenzwerte für Feinstaub überschritten. In London, Paris und Brüssel kommt es während der Rushhour auf fast 40 Prozent der Straßen zu Staus. Um die städtische Infrastruktur und die Umwelt zu entlasten, sind neue Strategien nötig. Erneuerbare Energien, ökologisches Bauen und alternative Mobilitätskonzepte gelten als wichtige Bausteine der nachhaltigen Stadt. Im Straßenverkehr finden E-Mobilität, die Stärkung von öffentlichen Verkehrsmitteln, aber auch das Sharing-Prinzip immer mehr Anhänger. Der Schlüssel zu nachhaltigeren Metropolen könnte jedoch in der Digitalisierung liegen: Apps, smarte Navigationssysteme oder auch vernetztes Parken erleichtern Bewohnern den Alltag und reduzieren Emissionen. 

 

Nutzen statt Besitzen 

Immer mehr Städter möchten auf das eigene Auto verzichten. Mit dem eScooter-Sharing-Dienst Coup von Bosch gibt es für Berliner seit August 2016 eine flexible und emissionsarme Alternative zum eigenen Fahrzeug. Dank einer App können Kunden freie Roller orten, reservieren, bezahlen – und gleich starten. Gemeinsam mit den Nutzern der Flotte entwickelt Bosch das Angebot nach einer „Test-and-Learn“-Methode weiter. Einen ähnlichen Service bieten seit November 2016 drei vietnamesische Universitäten in Kooperation mit Bosch Vietnam an: Im Rahmen des „Green Challenge“-Wettbewerbs 2015 entwickelten Studenten dazu ein kostenloses eScooter-Sharing-System für Universitätsangehörige.

Neben verstopften Straßen ist auch das begrenzte Angebot an Parkmöglichkeiten in vielen Städten ein Problem. Eine Lösung bietet hier eine flexible Nutzung verschiedener Verkehrsangebote, wie Bosch sie seit Anfang 2017 im Raum Stuttgart testet. 15 Park-and-ride-Parkplätze hat das Unternehmen mit rund 2 500 Sensoren ausgestattet. Über eine App mit Echtzeitinformationen können Pendler nun gezielt einen freien Parkplatz in der Nähe von Bahnhöfen ansteuern und ihren Weg auf der Schiene fortsetzen.

 

Vernetzt in die Zukunft

Ein Blick auf die globalen CO2-Ziele zeigt: Die Elektrifizierung des Antriebs ist ein wichtiges Zukunftsfeld. Deswegen investiert Bosch rund 400 Millionen Euro jährlich, um der Elektromobilität zum Durchbruch zu verhelfen. Dazu gehört nicht nur die Weiterentwicklung der Batterietechnologie, sondern auch der Infrastruktur. Denn das unkomplizierte Laden von Elektrofahrzeugen ist ein wesentlicher Faktor, um die Technologie weiter voranzubringen. Gemeinsam mit verschiedenen Automobilherstellern, darunter Mercedes-Benz und smart, hat die Bosch-Tochtergesellschaft Bosch Software Innovations sogenannte „Charging Apps“ entwickelt, die die Ladestationen verschiedener Anbieter miteinander vernetzen. App-Nutzer erfahren so auf einen Blick, wo sich in ihrer Nähe freie Ladestationen befinden, und können bargeldlos bezahlen. Mit 3 700 Stationen sind in Deutschland bereits 80 Prozent der öffentlichen Ladepunkte miteinander vernetzt.

 

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Flink durch die Stadt

Bosch-Techniker in Brüssel sind seit 2016 mit eCargo Bikes unterwegs zu ihren Kunden. Die Elektro-Fahrräder verfügen über einen Bosch-Motor und nutzen das Navigationssystem Nyon, das Bosch speziell für eBikes entwickelt hat. So bringen die Fahrzeuge die Techniker schnell und sicher über Straßen und Radwege zum Termin. Vor Ort angekommen, müssen diese nicht erst nach einem Parkplatz suchen, sondern können ihr eBike bequem vor dem Haus abstellen.

Stadtleben 2.0

Saubere Energie aus eigener Produktion gewinnen, Einkäufe mit dem Elektroroller machen, per App einen Parkplatz suchen – was wie eine Zukunftsvision klingt, beschreibt die Realität der „Shipyard Community“ in San Francisco. Hier entstehen 12 000 Wohneinheiten, 500 Hektar Gewerbefläche und 3,5 Hektar Grünanlagen. Es ist nicht nur das größte Bauprojekt in der Geschichte der Stadt; „San Francisco Shipyard“ soll die erste smarte urbane Gemeinschaft werden, in der Menschen nachhaltig und vernetzt leben und arbeiten. Technik ist dort keine Zugabe, sondern hält alles zusammen: Sie findet sich in Autos, Häusern, auf den Straßen und vernetzt einzelne Komponenten miteinander für ein intelligentes Zusammenspiel in Echtzeit.

Umgesetzt wird SF Shipyard von Five Point, einem Tochterunternehmen des Immobilienentwicklers Lennar Corporation. Zahlreiche technische Produkte und Services stammen von Bosch. Das Unternehmen bietet nicht nur Lösungen aus den Bereichen Smart Home und vernetztes Fahren an, sondern verfügt auch über die Expertise, um einen ganzheitlichen technischen Ansatz für die Smart Community zu entwickeln. Denn wo Kunden früher eine Sicherheitskamera installierten, verlangen sie heute nach Sicherheit. Weg vom bloßen Produkt, hin zu integrierten Lösungen ist die Devise für die beiden Partner. 

Die Stadt der Zukunft

Wie gut ist die Luft in der Nachbarschaft? Bereits zu Baubeginn von SF Shipyard überwachte das „Microclimate Monitoring Sensing System“ die Luftqualität im Quartier. Es misst über drahtlose Sensoren den Schadstoffanteil in der Umgebung. Perspektivisch soll das System den Bewohnern den  Alltag erleichtern – beispielsweise mithilfe der „Smart Community App“, an deren Entwicklung Bosch beteiligt war. Mit ihr können die Bewohner in Echtzeit auf Daten aus ihrer Gemeinde zugreifen. So informiert sie der Service über Angebote in Geschäften, den Aufenthaltsort des lokalen Shuttlebusses und den Fahrplan der U-Bahn. Dies trägt dazu bei, den öffentlichen Nahverkehr zu stärken – und so CO2-Emissionen zu reduzieren. Parallel arbeitet Bosch daran, dass die App-Nutzer auch im eigenen Pkw komfortabler und kraftstoffsparender unterwegs sind. Ein vernetztes Parkleitsystem soll künftig den Weg zum nächsten verfügbaren Parkplatz anzeigen. Eine Schlüsselrolle zur Senkung der CO2-Emissionen spielt die Energieversorgung: Zum Einsatz kommen könnte das Speichersystem DC Microgrid, das Bosch 2015 bereits in einem Honda-Werk in Kalifornien installiert hat. Die von Solarzellen auf dem Dach der Parkgaragen erzeugte Energie wird direkt in das Stromnetz eingespeist und für die Beleuchtung und Belüftung verwendet.