Climate Action

SDG 13: Alle für ein Ziel

Seit 1990 haben sich die weltweiten CO2-Emissionen um fast 50 Prozent erhöht. Um diesen Trend umzukehren und die globale Erderwärmung auf maximal zwei Grad gegenüber vorindustriellen Zeiten zu begrenzen, sind technologische Innovationen genauso unverzichtbar wie grundlegende Verhaltensänderungen. Bosch unterstützt die Ziele des Pariser Klimaabkommens unter anderem durch stetige Umweltverbesserungen an seinen weltweiten Standorten.

35 Prozent weniger CO2 bis 2020 (relativ) im Vergleich zu 2007 sowie eine Abfall- und Frischwasserreduktion um 6 Prozent (relativ) zwischen 2016 und 2018 – die auf Wertschöpfung bezogenen globalen Zielvorgaben bilden den Ausgangspunkt für das systematische Umweltcontrolling der Bosch-Gruppe. Um sie zu erfüllen, hat das Unternehmen an allen 296 Fertigungs- und größeren Entwicklungsstandorten weltweit das Umweltmanagementsystem ISO 14001 eingeführt; rund 87 Prozent davon wurden bis dato extern zertifiziert. In vielen Werken sind zudem Energiebeauftragte aktiv, die gemeinsam mit den CO2-Koordinatoren der jeweiligen Geschäftsbereiche Maßnahmen zur Emissionsminderung erarbeiten. Über die interne Kommunikationsplattform Bosch Connect tauschen sich die Umweltexperten untereinander aus und stellen sicher, dass erfolgreiche Ansätze unternehmensweit umgesetzt werden. 

Energiereduktion durch Lastmanagement

Eins dieser Beispiele lieferte 2016 das Bosch-Werk in Nürnberg. Dem Produktionsstandort ist es gelungen, teure Lastspitzen zu verringern und damit im ersten Jahr 700 000 Euro an Energiekosten einzusparen. Zunächst führte das Werk eine systematische Verbrauchsanalyse durch. Daten dazu stellten 360 Stromzähler bereit, die mehrmals täglich ausgelesen wurden. Anhand dieser Erkenntnisse leiteten die Experten verschiedene Maßnahmen ab: Sie tauschten energieintensive Maschinenkomponenten aus und installierten eine Photovoltaikanlage auf dem Werkdach. Darüber hinaus verlagerte der Standort energieintensive Prozesse auf Nacht- und Wochenendschichten, um eine gleichmäßigere Energieauslastung zu erzielen. Seitdem laufen die Kältemaschinen in den verbrauchsarmen Zeiten, während ein neu installierter Kältespeicher sicherstellt, dass die benötigte Kühlleistung jederzeit zur Verfügung steht. Für sein fortgeschrittenes Energiemanagement erhielt das Werk 2016 den „Partslife-Umweltpreis“ für die Automobilzulieferindustrie. 

Auch an anderen Standorten helfen Verbrauchsanalysen dabei, die von Bosch vorgegebenen Energie- und CO2-Einsparziele zu erreichen. Im italienischen Werk Nonantola war eines der wichtigsten Projekte 2016 die Nutzung der Abwärme aus den Kühlsystemen der Kompressoren. Der Standort verwendet diese seitdem zum Heizen – mit positivem Effekt auf Gas- und Stromverbrauch sowie einer CO2-Minderung von 50 Tonnen pro Jahr. Im kanadischen Werk in Mississauga ließen sich die Heizkosten durch die Installation von Luftbarrieren vor den Werktoren um 12 Prozent reduzieren. 

Zentrale Umweltkennzahlen

An den chinesischen Produktionsstandorten Nanjing und Chuzhou wurde die Beleuchtung als signifikanter Kostentreiber identifiziert. Innerhalb von einem Jahr stellten die Werke Tausende von Lichtquellen auf energieeffiziente LED-Beleuchtung um. Das Ergebnis: Durch die Umrüstung sparten die Standorte rund 2,6 Millionen Kilowattstunden Strom und halbierten ihre Stromkosten.

Mit Konzept zu weniger Müll

Mit dem Ziel, alle Potenziale zur Abfallreduktion zu nutzen, hat das indische Bosch-Werk in Naganathapura das „3R-Konzept“ entwickelt: Abfälle lassen sich systematisch reduzieren (Reduce), wiederverwenden (Reuse) oder zurück in den Wertstoffkreislauf bringen (Recycle). Beispiel Ölfilter: Nach einer Kosten-Nutzen-Analyse schaffte der Standort eine Ölzentrifuge an, mit deren Hilfe benutzte Ölfilter gereinigt werden. Dadurch sank die Menge der gefährlichen Abfälle am Standort um 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bereits im ersten Jahr hatte sich die Anlage durch die Einsparung der Entsorgungskosten amortisiert.